Von Brauchtum und Tradition zum Nikolaustag

By | 2. Dezember 2013

weihnachtsmann tonJedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember werden unsere gut geputzten und ordentlich vor die Tür drapierten Schuhe reichlich beschenkt. Nikolaus füllt sie mit Äpfeln, Nüssen, Süßigkeiten und kleinen Geschenken, welche nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen. Warum tut er das? Wo kommt er her? Und kommt er nur nach Deutschland?

Nikolaus wird seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt. In den verschiedenen Regionen der Welt hat sich ein ganz unterschiedliches Brauchtum zum Nikolaustag herausgebildet. Die Sitte des nächtlichen Füllens von Schuhen wird auf eine Legende von den drei Jungfrauen zurückgeführt, die in der Nacht vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Die Legende erzählt, dass der verarmte Vater seine Töchter zu Liebesdiensten auf die Straße schicken wollte. Nikolaus erfuhr davon und warf drei Goldklumpen durch den Kamin, welche in den Socken landete, die dort gerade zum Trocknen hingen. Den drei Mädchen blieb das schreckliche Schicksal erspart und sie konnten in Ehren heiraten.

Der Nikolaustag war früher der einzige Tag der Geschenke zur Weihnachtszeit. Da die Reformation die Verehrung von Heiligen ablehnte, wurde die Sitte des Beschenkens auf das Weihnachtsfest verlegt. Martin Luther wies die Aufgabe des Überbringens der Geschenke dem Christkindl zu, das im Laufe der Zeit vom Weihnachtsmann tatkräftig unterstützt wurde. Dennoch hat der Nikolaustag die Zeiten überlebt und ist heute in vielen Ländern immer noch ein Höhepunkt in der Adventszeit.

Wie feiern Menschen in anderen Ländern den Nikolaustag?

In den Niederlanden genießt das Nikolausfest die größte Bedeutung. Sinterklaas, wie der Nikolaus dort genannt wird, ist wichtiger als der Weihnachtsmann oder das Christkind. Luthers Änderungen nahmen die reformierten Niederländer nicht an. Auch heute noch feiern sie die Bescherung am 6. Dezember. Am Vorabend stellen die Kinder einen Eimer Wasser, eine Mohrrübe und etwas Heu für das Pferd von Sinterklaas bereit und stecken anschließend ihre Wunschzettel in die Schuhe. Mit einem lustigen Reim verziert und vom “Zwarten Piet”, dem holländischen Schwarzen Peter, begleitet bringt Sinterklass die Geschenk. Jedes Jahr am Nikolaustag findet in Amsterdam eine große Prozession vom Hafen zum Königspalast statt.

In Brasilien feiern die Menschen die größte Nikolausfeier weltweit. Pünktlich am 6. Dezember fliegt Nikolaus höchstpersönlich zeitgemäß mit einem Helikopter ins Maracana-Stadion. Dort erklärt er feierlich den Beginn der Weihnachtszeit. Rund 250 000 Nikolausfans feiern jedes Jahr, im größten Fußballstadion der Welt, ein Riesenparty zum Nikolaustag und lassen sich mit bunten, lauten und farbenprächtigen Showeinlagen unterhalten.

In Italien bringen Hexen die Geschenke. Doch nicht etwa am 6. Dezember, sondern einen Monat später in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar. Die Hexe La Befana, welche auf der Suche nach dem Jesuskind von Haus zu Haus fliegt, bringt den Kindern am Dreikönigstag heimlich kleine Geschenke. Der Sage nach soll die Hexe von den Hirten die Frohe Botschaft gehört haben. Der Stern von Bethlehem sollte sie zur Krippe führen. Da sie jedoch zu spät aufbrach, verpasste sie den Stern.

In Georgien und Russland beginnt das Weihnachtsfest erst am 7. Januar. Die orthodoxen Christen begehen ihre Feste nach dem Julianischen Kalender. Den Heiligen Abend nennt man in Russland Sochelnik oder Koljadki. Um null Uhr am 7. Januar endet für gläubige Menschen in Russland die strenge 40-tägige Fastenzeit. Das wichtigste Ereignis am Abend vor Weihnachten ist ein stundenlanger Gottesdienst. Sowohl in Russland als auch in Georgien wird die Feierlichkeit mit einem Festessen abgeschlossen.

In Bosnien und Herzegowina wird das Weihnachtsfest auch nach dem julianischen Kalender 13 Tage später als das römisch-katholische Weihnachten gefeiert. Ebenso wie in Georgien und Russland ist die Adventszeit eine sechswöchige Fastenzeit, in der auf Fleisch und Milchprodukte verzichtet wird. In Serbien spielt der Nikolaustag eine sehr große Rolle und wird feierlich begangen. Jede serbische Familie hat einen Familienpatron und der Hl. Nikolaus ist einer der häufigsten.

Auch Sie wollen zu Weihnachten etwas Gutes tun und die Armen und Hilfebedürftigen unterstützen? Möglichkeiten dafür finden sich zur Genüge. Ob als ehrenamtlicher Helfer bei der Essenausgabe, Unterstützung von regionalen und überregionalen Hilfsorganisationen wie z.B. dem „Kältebus“ oder „Weihnachten im Schuhkarton“ oder mit Spendenweihnachtskarten.

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